Ein Jahr der Extreme
Müsste ich dieses Jahr in einem Satz zusammenfassen, wäre es genau der: Ein Jahr der Extreme.
Denn 2025 war nicht „nur“ ein intensives Arbeits- und Geschäftsjahr – es war ein Jahr, in dem ich gelernt habe, wo Grenzen sind und wie weit man letztendlich gehen kann … Mit Betriebspflicht, externen Aufträgen, laufender Studio-Organisation und Administration, Kundenakquise- pflege- und betreuung, Bildaus- und bearbeitung, Datenpflege und Systemwartung, Auslieferung diverser Produkte, persönlichen Telefonaten und einer täglichen Mailflut, Fakturierung und Buchhaltung – alles Selbstverständlichkeiten, die man von außen nicht sieht.
Conclusio: Alleine ist dieses Pensum nicht machbar, weil auch für mich der Tag nur 24 Stunden hat …
Was dieses Jahr möglich gemacht hat, war nicht irgendein „Hustle-Mindset“ – also Antriebskraft und oft grenzüberschreitender Einsatz, um berufliche Ziele zu erreichen, man dabei aber leicht auf eine gesunde Balance und Selbstfürsorge vergisst. Nein, es war Teamwork. Menschen, die mitziehen, mitdenken, mittragen. Menschen, die nicht pseudohalber „helfen“, sondern die da sind. Immer und nicht nur wenn’s schon brennt. Menschen, die ohne großer Worte Verantwortung übernehmen und helfen die Last ein wenig leichter zu machen.
69+ Stunden pro Woche – und trotzdem nicht umgefallen
Wo Worte zu kurz greifen, sprechen Zahlen Klartext:
- Arbeitsstunden gesamt: 4082 (das sind 170 Tage)
- Ø Stunden pro Woche: 78,5h
- Sessions / Kundentermine: 2231
- Externe Aufträge (Shootings/Produktionen): 68
- Ø Stunden Schlaf pro Tag (laut Healthband): 6,5-7
„Externe Aufträge“ – dahinter verbirgt sich nichts Abstraktes, sondern unzählige zusätzliche Engagements und Projekte abseits des laufenden Studio-Alltags:
- Hochzeiten: 3 (1x mit Krücken)
- Konzert- und Eventbegleitungen: 17
- Magazinproduktionen: 4 (zu je mehr als 180 Seiten)
- Shootings beim SK Rapid Wien: 38
Und täglich grüßt das Murmeltier
Es gab Wochen, da war ich gefühlt nur im Wechsel zwischen Dusche, Kamera, Computer, Studio, Auto, Telefon, Coffee- und Müsli2Go – und das Ganze immer wieder von Neuem. Trotzdem: Dank meinen Helferleins habe ich keinen Millimeter nachgelassen, verlässlich geliefert und mein Kunden- und Qualitätsversprechen gehalten: Gemeinsam haben wir Menschen glücklich gemacht.
Neben dem Allen, ja fast schon eine Art Routine, konnte das Sortiment in Chaluks Fotostudio um etliche weitere Produkte (beleuchtete Prints, Premium Schmuck… usw.) und Themen erweitert werden. Highlights waren die UpsideDown Fotografie, wo mit meinem Lieblingstischler (seit Stunde 0 an der Seite von Chaluk) sogar extra ein Tisch gebaut wurde, Tierportraits mit farblichen Effekten und weitere Kleinigkeiten für Businessportraits & Co. Für Kunden und Informationszwecke, sowie zur Präsentation sind sämtliche Kataloge erweitert, die Website adaptiert und Folder vergrößert worden. Also auch auf das eigene Produkt wurde nicht vergessen. Gerade in diesen windigen und rauen wirtschaftlichen Zeiten, ist ein ständiges adaptieren und nicht zurücklehnen ein kleiner Schlüssel zum Erfolg.
Nachdem man aber nicht immer nur unternehmerisch denken sollte, haben wir am 17. Dezember mit der Fotoaktion im Neunerhaus all jenen ein Lächeln geschenkt, denen es aktuell nicht so gut geht (Krone Beitrag). Diese Shootings haben mir persönlich geholfen, mich und mein Lächeln zu finden und ja, 2026 komme ich wieder.
Die Gesundheit als zusätzliche (harte) Variable
Als wäre das alles nicht genug, kam am 10. Mai der Moment, der das Jahr komplett gedreht hat: Kreuzbandriss. Das wir als Oldies das Turnier dennoch gewonnen haben, war nebensächlich, denn 30 Sekunden vor Schlusspfiff geschah das Ganze. Plötzlich war da nicht bloß die Frage, wie ich das tägliche Business manage, sondern: Wie funktioniert mit diesem Handicap mein Alltag überhaupt?
Die OP war am 15. Juli, ab da hieß es: Geduld lernen. Grenzen akzeptieren. Hilfe annehmen und trotzdem wie gewohnt weitermachen… sogar mit Laptop aus dem Spitalsbett. Ich habe in dieser Zeit noch besser verstanden, wie wichtig ein funktionierendes Umfeld ist – beruflich und privat. Und wie schnell man merkt, dass sich ein „ich mach das schon“ irgendwann nicht mehr ausgeht.
Die härteste Erkenntnis: Privatleben ist (k)eine Nebensache
Die negativste Erfahrung in 2025 waren jedoch kein einzelner stressiger Tag oder ein eskaliertes Shooting bis 04.00 in der Früh mit Priscilla Presley. Es war die Erkenntnis, dass ich – trotz allem Einsatz für Beruf, Zukunft und Unternehmertum – die private Komponente nicht nur „ein bisschen“ vernachlässigt habe, sondern viel zu sehr.
Ich bin innerlich ein Stück verkümmert, war phasenweise einsam und irgendwie auch desillusioniert. Und das Schlimmste daran: Ich hab’s nicht sofort bemerkt. Empathie ging teils verloren. Gesprächsthemen und Interessen blieben bei 0. Das „Sehen“ meiner Mitmenschen. Dieses echte Wahrnehmen. Genau darin liegt auch die Ironie: Du kannst nach außen wie eine Maschine funktionieren – aber in dir drinnen wird’s leise und irgendwann auch kalt.
Der Vorteil an so einem extremen Jahr – sofern man das so nennen kann – aber ist: Du siehst, wer und wo die wahren Freunde sind. Die, die dich versuchen zu verstehen und nicht versuchen zu missionieren. Die, die spontan bei dir stehen. Die, die anrufen – nicht, weil sie etwas brauchen, sondern weil sie wissen, dass ich leider viel zu oft vergesse mich zu melden. Oder weil sie einfach bemerken, dass ich körperlich und gedanklich schon weit „drüber“ bin, mir still zuhören und den einen oder anderen „Überlebens“-Kaffee spendieren. Eben diese Erkenntnis und dieses Gefühl von ehrlicher Wertschätzung waren für mich das wertvollste aber auch härteste Spiegelbild 2025.
Fitnesscenter: nicht „nice to have“, sondern notwendig
Auch das gehört zu meinem Jahresrückblick, weil es nicht nur Sport war, sondern ein Stück Stabilität. Gerade nach der Kreuzband-OP war Bewegung nicht „Motivation“, sondern Arbeit. Und manchmal auch Frust. Aber rückblickend war sie einer der wichtigsten Faktoren, um wieder in die Spur zu kommen. Sehr oft nach Dienstschluss gegen 22 Uhr bis ungefähr Mitternacht und meist ging es am Folgetag gegen 07:30 gleich wieder los in Richtung Studio …
- Fitnesscenter-Besuche: 163
- Trainingsstunden gesamt: 248
Fußball bedeutet Emotionen und ein Spiel, das bleibt
Und ja – auch das gehört zu diesem Jahr. Weil’s ein Teil von mir ist.
- Trainingseinheiten & Trainingsspiele: 105 (ca. 210 Stunden)
- Gespielte Spiele (vor der Verletzung): 7 (5 Siege, 2 Niederlagen)
- Tore: 4
- Assists: 10
Mein persönliches Best-Game? Ganz klar: Der Sieg gegen den Tabellenführer. Wir waren im Rückstand – und trotzdem haben wir das Ding gedreht. Tore von meinem Flügelflitzer Johannes und das Goldtor von mir. So ein Spiel erinnert dich daran, warum du Sport liebst: weil’s nicht nur um Fitness geht, sondern um Kopf, Herz und Teamgeist.
Danke – und ein ehrlicher Blick nach vorne
Ich bin stolz auf dieses Jahr. Nicht, weil es perfekt war, sondern weil es echt war. Weil wir’s miteinander durchgezogen haben, auch wenn’s dort und da nicht easy war. Weil wir als Team funktioniert haben. Und weil ich gelernt habe, dass Stärke nicht unbedingt heißen muss, alles alleine zu schaffen, sondern vielmehr zu wissen und zu vertrauen, wann man sich tragen lässt.
Mein persönliches Highlight: Krücken weg – London here I come
Es gibt Daten, die brennen sich ein:
- 25. August 17:00 Uhr: Krücken abgegeben.
- 26. August 06:00 Uhr: Abflug nach London – ALLEINE.
Nach diesen langen, mühevollen sechs Wochen endlich wieder frei gehen zu können – und am nächsten Morgen im Flieger Richtung Coldplay-Konzerte im Wembley Stadion zu sitzen – war für mich mehr als bloß ein Trip zu einem coolen Gig. Es war Synonym für ein „Ich bin wieder da!“ Ein Moment, der dafür steht, dass es weiter geht und es auch wieder leicht sein darf.
Konzert-Statistik 2025
Weil das Leben aber nicht nur aus To-do-Listen besteht, hier noch der Teil, der mir ein bisschen Abstand zum Stress ermöglicht hat, nämlich Musik (auch wenn viele Konzerte davon fotografisch begleitet wurden, es war dennoch ein wohltuender Ausgleich):
- Besuchte Konzerte gesamt: 51
- Davon Coldplay: 16
Was ich mir für 2026 wünsche, sind weniger Extreme, aber mindestens genauso viel Leidenschaft. Denn das ist für das, was ich tue, für geile Fotos und kreative Ideen und Projekte, ungebrochen. Was mit aller Bescheidenheit mit meinem diesjährigen Gewinn des Landespreises Wien der Berufsfotografen sowie dem dritten Platz beim Bundespreis auch eine erfreuliche Anerkennung gefunden hat.
Rechne ich nun die ganzen Stunden im Office, auf Terminen, dem Durchschnittsschlaf und vor allem mit dem Sport zusammen, so komme ich auf in etwa 4-4,5 Stunden freie Zeit pro Tag. Also für Einkäufe, Duschen, Freunde usw. Hmm… Ein Jahr der Extreme eben.
Vorschau: Mehr Sichtbarkeit, mehr Meer, mehr Mensch
2026 wird kein „ruhiges“ Jahr, aber sicher ein bewussteres. Wir widmen uns endlich einem Thema, welches ein Content-Produzent schon lange ernsthaft pflegen sollte: Social Media. Nicht als Pflichtprogramm, sondern als Bühne. Für unsere Arbeit, unsere Geschichten und all das, was Chaluk ausmacht.
Im Dezember gibt’s einen Moment, auf den ich mich bereits jetzt freue: 5 Jahre Chaluks Fotostudio. Fünf Jahre, die sich manchmal, wie fünf Minuten und dann wieder wie fünf Leben anfühlen.
Dann endlich wieder in See zu stechen – aus zweierlei Gründen:
- Neue Unterwasseraufnahmen. Mehr Wasser, mehr Tiefe, mehr Bilder, die man nicht „einfach so“ macht.
- Und: Ein berühmt-berüchtigtes Schiff wird und muss endlich wieder ihre Geschichten erzählen. Wer mich kennt, weiß: Das ist nicht nur ein Projekt. Das ist mein Herzensthema. ZUSAMMEN.IMMER.
Und, bei Chaluk wird es Änderungen geben, dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr, denn das würde hier den Rahmen sprengen.
Privat liegt der Fokus 2026 klar auf dem, was dieses Jahr zu kurz gekommen ist: Empathie, Freunde und echte Nähe.
Aja und natürlich darauf: Das Comeback der Rückennummer 22 steht an.
Bis bald im Studio
Chaluk


